
Sabine Schumacher
die KünstlerIn
Sabine Schumacher (*1970 in Düren) ist freischaffende Künstlerin und überzeugte Rheinländerin. Aktuell arbeitet sie in ihrem Atelier in Köln-Rodenkirchen. Ihre Heimatstadt verlässt sie gerne immer wieder für eine Weile, um an schönen Orten zu malen. Dazu gehören vor allem der Darß, Collioure und die Eifel. Lebendigkeit, spürbare Atmosphären und die Magie des richtigen Moments bestimmen ihre Bildmotive. Was sie ganz besonders berührt hat, malt sie irgendwann. Ihr Gefühl in der Situation hält sie später im Bild fest. Sie malt Abstraktes und Gegenständliches. Besonders mit figurativen Motiven hat sie sich in letzter Zeit beschäftigt. Öl, Acryl, Gouache und Kohle sind dabei die bevorzugten Techniken.
Über das kommende Ausstellungsthema der Community KünstlerInnen für KünstlerInnen:
„Muster brechen ist ein Thema, das unser Dasein und unser Sosein prägt. Muster sind allgegenwärtig: in der Natur, in Lebewesen, im Menschsein, im All. Werden sie gebrochen, entsteht Raum für Neues. Im künstlerischen Prozess ist das ähnlich. Nur wer sich traut, sein bisheriges Muster zu brechen, kann Neues schaffen. Mein zuletzt gebrochenes Muster war die Befassung mit Druckgrafiken, denen ich bislang eher kritisch bis ablehnend gegenüber stand. Das Ergebnis hat mich davon überzeugt, meine Haltung zu ändern. Druckgrafiken gehören inzwischen auch zu meinen Werken.“


Ausstellungen
anstehend
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"Herbstbilder", Kunstfenster Hürth, Einzelausstellung, Herbst 2026
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"wELt KindEr", Eisernes Haus, Schloss Nymphenburg München, Gruppenausstellung, Sep 2026
vergangene
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"Frühlingsbilder", Kunstfenster Hürth, Einzelausstellung, April 2026
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"Werkschau", Kunstfenster Hürth, gemeinsame Ausstellung mit ihrer Atelierpartnerin, Dez 2025
Werke
© Sabine Schumacher, 2026, die Nutzung von Abbildungen jeglicher Werke ist nur mit Genehmigung der Künstlerin gestattet
Kontakt zur Künstlerin

wELt kindEr - KUNST aus STELLUNG
Die Befassung mit dem Thema „Weltkinder“ bedeutet, mich einer ganz besonderen persönlichen Herausforderung zu stellen. Es gibt in mir so viele widerstreitende Gefühle und Gedanken dazu, dass ich den Text für die Ausstellungshomepage zweimal geschrieben habe. Das hat geholfen, das Chaos in mir zu ordnen. Ich wusste sofort, welche Bilder ich zu meinen inneren Themen würde malen wollen und welche schon dazu passten. Das Kindheitsthema hat mich offenbar in meinem künstlerischen Schaffensprozess intensiver begleitet als es mir bisher bewusst war.
Da gibt es zum einen die Berührung mit meiner eigenen Kindheit. Ich habe bei der Aufbereitung des Ausstellungsthemas erstmals ein tieferes Verständnis dafür entwickelt, wie gelungen und glücklich diese war. Dafür bin ich sehr dankbar. Alle Schwierigkeiten und Belastungen fingen erst nach ihrem Ende an.
Schnell stieg in mir dieses Bild auf, wie ich in den Sommermonaten in meinem Kinderzimmer abends mit meinen Kuscheltieren in meinem Bett liege und vor dem Einschlafen dem Sommer lausche. Durch die Luken der Rollläden kann ich ihn spüren, sein Licht, seine abendliche Restwärme, das Gezwitscher der Vögel aus dem Kirschbaum vor meinem Fenster und die Stimmen meiner Eltern, die den Tag noch ausklingen lassen im Garten oder auf der Terrasse, manchmal gemeinsam mit Verwandten oder Nachbarn. So behütet habe ich mich nie wieder im Leben gefühlt.
Rollläden
2026
coming soon
Ich bin aufgewachsen im übersichtlichen und strukturierten Mikrokosmos eines Dorfs zwischen meinen Eltern, mit meinen vielen Verwandten und deren Kindern, mit Freundinnen und Freunden aus der Nachbarschaft, aus Vereinen und aus der Schule. Mit unseren Haustieren und mit Urlaubsbrieffreundschaften.

Long story short (Triptychon)
2026, Acryl auf Leinwand
Ich habe mich mit allem vertraut und verbunden gefühlt. Ich wusste immer, zu wem ich mit welcher Frage gehen konnte oder wo es Vergnügen und Kurzweil für mich gab. Da musste ich einfach nur hingehen oder radeln und auf die Klingel drücken. Das Tor zur Welt öffnete sich für mich allein über Bücher, das abendliche Fernsehprogramm und über die jährlichen Urlaubsfahrten zu deutschsprachigen Zielen. Meine Eltern sprachen keine Fremdsprachen. Durch meine Mutter habe ich viel Förderung erfahren. Sie fuhr regelmäßig mit mir in die Stadtbücherei, meldete mich im Schwimmverein an und sorgte dafür, dass ich ein Instrument erlernen konnte. Mein Vater hat oft mit mir und meinen Freundinnen gespielt, Brettspiele und Kartenspiele. Andere Kinder kamen auch deshalb gerne zu uns. Manchmal hat er uns einfach Musik vom Tonband angestellt und hatte Spaß an unserem wilden Gehopse. Besonders an das Lied „Heidi“ vom Tonband erinnere ich mich.Meine Fantasie und Kreativität als Kind war grenzenlos. Ich war Einzelkind, aber niemals einsam. Mit vielen anderen Kindern aus dem Dorf habe ich frei und unbeobachtet in der Sackgasse unserer Straße, in den Gärten oder auf dem Spielplatz gespielt. Und wenn ich mal alleine war, hatte ich ununterbrochen Ideen, womit ich mich beschäftigen konnte.


Urban Space I und II
DIN A5
2024
Decalcomanie
Acryl mit Ölpastellkreide auf Papier
beide schwarz gerahmt
Meine Lieblingsspiele waren „Kellnerin“ mit einem Originalbestellblöckchen aus dem Restaurant oder „Pommesbudenbesitzerin“ mit aus Zeitungspapier gebastelten Pommesschalen oder auch „Kinderpost“. Auswärts essen war ein äußerst seltenes und daher sehr aufregendes, eindrucksvolles Ereignis in meiner Kindheit. Vielleicht kam daher meine Faszination dafür. Für die Kinder heute gehört es zum Alltag.
Matcha Latte
2026
Acryl auf Papier
DIN A4
weiß gerahmt

Wenn ich jetzt die Kindheit der Weltkinder betrachte, fühle ich Bedrohung und Besorgnis. Und das, obwohl ich keine eigenen Kinder habe. Letzteres ist meine schmerzlichste Berührung mit dem Thema. Aber manchmal bin ich auch froh, dass ich kein Kind durch Kindheit und Jugend durchkämpfen muss. Eine Kindheit in Deutschland erscheint mir so belastet und kompliziert. Es scheint kaum Ruhe, Raum, Struktur und Orientierung zu geben. Feste Regeln, ein geordneter Tagesablauf und Erziehung als Rahmen scheinen überflüssig geworden zu sein. Vieles orientiert sich vorgeblich an kindlichen Bedürfnissen. Und das oftmals ohne zu verstehen, was diese sind. Taugliche Vorbilder sind rar geworden. Nichts hat Bestand, vieles ist fast täglich im Wandel. Alles scheint fragil.

Fragil
2025
Öl auf Leinwand
80cm x 60cm
Die Möglichkeiten sind entweder schier unendlich oder gar nicht erst da. In meinem näheren Umfeld sehe ich nervöse, überlastete, überforderte und verunsicherte Eltern. Ich erlebe Reizüberflutung und Enge in Räumen, in denen Kinder verwahrt, bespielt und bespaßt werden. Ständiger Input, Druck, Optimierung. Getrieben werden statt sich frei und ungezwungen und unbeobachtet einfach mal lassen zu können. Ausgelassen zu sein! Anpassung und Einpassung in Anforderungen. Überfrachtung mit Erlebnissen und Erwartungen. Die familiäre Situation zum Zeitpunkt der Geburt entscheidet wieder über den weiteren Lebensweg. Ich war ein Kind mit einem Aufstiegsversprechen, das eingelöst wurde. Gibt es das heute eigentlich noch?

Weltweit
2026
Rakeltechnik
Acryl auf Leinwand
80x60cm
Weltweit ist die Situation der Kinder noch viel übler. Krieg, Umweltkatastrophen, Vertreibung, Flucht, jahrelanges Leben in riesigen Auffanglagern, Verfolgung, Unterdrückung, Ausweisung, Ausgrenzung, Bildungsmangel und medizinische Notlagen bestimmen und bedrohen das Leben der Weltkinder. Insgesamt geht es der Menschheit in Fragen der materiellen Armut und des Hungers besser als jemals zuvor. Aber das bildet sich nicht ab in den Augen der Kinder, die kein Zuhause in dieser Welt haben. Das Recht des Stärkeren und Gewaltbereiten herrscht wieder allen Orts. Offenbar haben wir dem bisher nicht viel entgegenzusetzen. Aus meiner Sicht ist die Zukunft der Weltkinder unsicher, fragil und massiv bedroht.
Hades
2026
Rakeltechnik
Acryl auf Leinwand
70x50cm




